Anti-Mammon Gruppe

Seit der politischen Wende von 1990 haben HKH und NÖG gemeinsam an einem Programm gearbeitet, das sich kritisch mit dem Kern der politischen Ordnung im wiedervereinigten Deutschland auseinandersetzte, der Herrschaft des Geldes.

Der Name der Anti-Mammon-Gruppe soll andeuten, dass es sich aus unserer Sicht bei der „Herrschaft des Geldes“ um eine Struktur handelt, die im Widerspruch zum biblischen Verständnis von Gerechtigkeit steht und dem gleicht, was an vielen Stellen des ersten und zweiten Testamentes als Götzendienst charakterisiert wird.

Wir verstehen die Arbeit der Gruppe als eine, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt. Als theologische Komponente werden biblische Texte zu ökonomischen und sozialen Themen ausgelegt. Insbesondere befassen wir uns dabei mit den Abschnitten, die sich mit der Sabbat-Ökonomie befassen. Des weiteren werden kirchliche Texte kritisch gesichtet und Stellungnahmen, insbesondere aus ökumenischen Zusammenhängen rezipiert.

Eine weitere Komponente ist die ökonomische. Es werden Analysen des gegenwärtigen Kapitalismus, der Verschuldungsproblematik, der Nord-Süd-Wirtschaftsbeziehungen, aber auch von Beispielen solidarischer Ökonomie studiert.

Abgerundet wir das Programm durch eine politische Komponente. Hier formulieren wir unsere eigenen Standpunkte zu Fragen der europäischen Integration, der militärische Hegemonie der USA und der EU.

Die Arbeitsgruppe hat sich zunächst als Studienprogramm für die Beteiligten zusammengefunden. Bald flossen die gewonnenen Einsichten und Erfahrungen jedoch auch in die Veranstaltungen des HKH ein. Außerdem verstehen wir die Arbeit der Gruppe als einen Beitrag zum konziliaren Prozess der Kirchen und zum Ökumenischen Programm gegen Gewalt.

Gegenwärtig ist das Programm der Gruppe auf wenige Veranstaltungen im Jahr konzentriert, zu denen wir gesondert einladen. Die Inhalte sind für die Arbeit des Hauses und für unsere Mitarbeit in entsprechenden ökumenischen Netzen nach wie vor prägend.